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466 Kommentare
Ganz banal: Texte, die das Interesse von Philosophiehistorikern finden. Ich werde das verbessern zu "philosophiehistorische Quelle".
Danke, ich gehe dem nach!
Das sind, wenn ich es richtig sehe, zwei voneinander unterschiedene Probleme. Zum ersten Problem: Ja, die Erstellung einer Ontologie an sich ist möglich (es gibt Beispiele, auf die ich in der Druckfassung verweisen kann). Schwieriger zu beantworten ist die Frage, ob solche Ontologien 'funktionieren', ob sie also tatsächlich auch - u. U. sogar außerhalb des jeweiligen Projekts - nachgenutzt werden. Zum zweiten Problem: alles, was in ein Triple passt, ist nanopublizierbar. Was also Gegenstand einer Nanopublikation ist, ist im Grundsatz frei. Spätestens wenn man solche Datenbestände als Linked Open Data begreift, empfiehlt es sich jedoch m. E., sich auf das zu beschränken, was auch außerhalb der eigenen Disziplin als 'wahr' gelten kann.
Dem stimme ich im Grundsatz zu. Jedoch würde ich dann 1. wohl kaum noch die Deadline einhalten können und der Text würde 2. auf den doppelten Umfang anschwellen.
Dieser Kommentar gehört wohl eigentlich zu Absatz 21. 1. Dass das Problem in den Geisteswissenschaften weniger häufig auftaucht, heißt nicht, dass man als 'Ontologiedesigner' es von vonrherein außer acht lassen darf. CIDOC CRM ist im weitesten Sinne eine Ontologie zur Beschreibung des kulturellen Erbes, also primär am Konzept des Artefakts orientiert. Ich weiß nicht, ob alle Philosophen glücklich wären, wenn eine Ontologie ihrer Disziplin philosophische Argumente von vornherein insgesamt und ausschließlich als Artefakte klassifizieren würde. Das große Versprechen des Semantischen Webs sind ja 'Linked Open Data'. Klinkt man sich in dieses Netz von Ontologien ein, gibt man damit zu verstehen, wie das, was innerhalb einer Disziplin praktiziert wird, außerhalb dieser Disziplin aufgefasst werden soll. Deswegen diese Hinweise. 2. Gäbe es eine Ontologie des philosophischen Diskurses, so wäre es im Prinzip möglich einen Satz über philosophische Theorien auch nach Manier des Absatzes 32 zu 'formalisieren', *sofern dieser Satz eine Tatsache ausdrückt*. Der zitierte Satz ist hingegen eine Vermutung und keine Tatsache.
1. Das wäre dann vielleicht doch etwas zu bescheiden - zumindest so lange der String an der Objektstelle nicht von Maschinen erfasst ('geparst') werden kann. Es sollte schon darum gehen, den propositionalen Gehalt einer philosophischen Behauptung zu erfassen. 2. Dass Ficino diesen Gehalt behauptet hat, ist eine 'verbindende Tatsache' (Absatz 34).
Der entscheidende Unterschied zwischen der induktiven Erarbeitung einer Ontologie philosophischer Diskurse und den Diskussionen über ideale Sprache besteht darin, dass zunächst erhoben wird, wo außerhalb der Philosophie philosophierelevante Begriffe bereits in Ontologien u. ä. erfasst sind (siehe Absatz 27).
Ich werde hier "inwiefern" durch "in welchem Umfang" ersetzen: Dann wird vielleicht noch klarer, dass es, wenn überhaupt, nur um die Abbildung des geisteswissenschaftlichen Diskurses, *sofern er Tatsachen artikuliert*, gehen kann.
Hinter "vorliegen" würde ich unter Verweis auf http://nanopub.org/wordpress/?page_id=65 etwa folgendes einfügen: Nanopublikationen sind die "kleinste Einheit publizierbarer Information". Sie enthalten die Behauptung einer Tatsache (assertion) und Metadaten zur Herkunft der Information sowie der Publikation selbst (provenance) in maschinenlesbarer Form.
Siehe mein Kommentar zu Absatz 3.
Und zu Google hatte ich diesen Hinweis vergessen: http://www.dataliberation.org/
Zunächst noch eine interessante ältere Quelle: http://www.faqs.org/faqs/usenet/primer/part1/ Zu Ihrer Frage würde ich vermuten, dass die 'geisteswissenschaftliche Community' durchaus unterschiedlich in Netznutzung hineinsozialisiert worden ist (ich bin natürlich kein Soziologe, es handelt sich hier also nur um eine 'küchensoziologische' Vermutung). Fachwissenschaftliche Konventionen greifen im Netz nur bedingt, deswegen tritt dieser je individuelle Hintergrund in der Netzkommunikation vermutlich deutlicher zu Tage als zum Beispiel auf einem Kongress. Aber auch im 'real life' ist die Wissenschaft vor Unkollegialität und Unverschämtheit nicht gefeit.
Datenexport aus Tumblr ist im Prinzip machbar, es gibt eine API aber keine Anwendungen. Selbstarchivierung von Tweets ist bspw. über einen RSS-Feed möglich.
In freundlicherweise von Ihnen hier verlinkten [!] Kommentar bei rkb habe ich darauf hinweisen wollen, dass Teile des Diskurses der "Blogosphäre" in soziale Netzwerke auswandern. Es geht also nicht um "offene" Pingbacks, sondern um Diskussionen über Blogs v. a. in sozialen Netzwerken, die für den ursprünglichen Autor häufig nicht sichtbar sind.
"Mindeststandards" enthält zum Beispiel RFC 1855 (http://tools.ietf.org/html/rfc1855). Man sollte sich evtl. daran erinnern, dass Wissenschaftskommunikation am Anfang des Internet stand. Ist hier vielleicht "geisteswissenschaftliche" Kommunikation gemeint?
> Faszinierend ist an diesem Aufsatz die Vorstellung, dass genauso wie jetzt Wortsuche in digitalen Dokumenten durch Computer möglich geworden ist, auch ‘geisteswissenschaftliche Tatsachen’ durch Computer gesucht und in ihren Beziehungen zu anderen ‘geisteswissenschaftlichen Tatsachen’ beschrieben werden könnten. Danke - ich bin froh, dass diese doch recht technischen Zusammenhänge deutlich geworden sind. Das genau ist die Intention solcher Nanopublikationen. >Zwei Überlegungen machen mich allerdings skeptisch, ob in absehbarer Zeit die Aufbereitung geisteswissenschaftlicher Texte zu computerlesbaren ‘Tatsachen’ den Aufwand lohnt. Nanopublikationen müssten nicht zwangsläufig nur aus der Aufbereitung bereits existierender Texte hervorgehen. Sie böten auch die Möglichkeit, alle jene tatsachenförmigen Einsichten anderen zugänglich zu machen, die in vollständigen Publikationen keinen Platz finden. >1. die Besonderheit der Aussage „Hamlet ist Prinz von Dänemark“. Denn nicht nur Shakespeares, Georg Brittings und Döblins Hamlet unterscheiden sich sehr, von all den mir weniger vertrauten Hamlets zu schweigen, sondern auch ihr „Prinz-von-Hamlet-sein“. Das ist ein wichtiger Hinweis: Für Hamlet gilt cum grano salis dasselbe, was ich in den $$19ff anhand von Descartes' Meditationen ausführe. Die Erstellung einer Ontologie für den Teilbereich eines geisteswissenschaftlichen Diskurses muss hier nachvollziehbare Kriterien für die Identität von Entitäten angeben. Ein wenig beruhigt mich, dass bspw. im Bibliothekswesen hierfür durchaus schon praktikable Konventionen existieren. Schließlich wollen Bibliotheksnutzer nicht nur Shakespeares 'Hamlet' finden, wenn sie in einem OPAC 'Hamlet' eingeben. Aber eine Fußnote zur Ontologie literarischer Charaktere (auch dazu gibt es durchaus Literatur) werde ich wohl zur besseren Klarheit einfügen. >2. Der in der Politikwissenschaft in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts unternommene Versuch, Ereignisse zu quantifizieren und so mathematischer Kalkulation zugänglich zu machen, ist meiner Kenntnis nach nicht sehr erfolgreich gewesen. Nicht mein Fachgebiet - aber man sollte sich vermutlich schon vor Augen führen, dass die Tatsachen, die sich für Nanopublikationen eignen, in ihrer überwiegenden Mehrheit außerordentlich trivial sind und dass für solche Trivia u. U. auch schon ontologische Modelle existieren (etwa für historische Ereignisse).
Für jene Kollegen, die in Amt und Würden sind, mögen zwei bis drei Jahre zwischen Erstellung und Veröffentlichung verschmerzbar sein. Für den wissenschaftlichen Nachwuchs sind solche Abstände katastrophal, gerade wenn man nicht von vornherein gut vernetzt ist.
"Ars longa, vita brevis" - das kann man zugestehen. Übersehen wird dabei aber, dass das Schreiben in einem Blog durchaus auch der Vorbereitung von Fachpublikationen dienen kann, erst recht, wenn man mehrere Blogposts demselben Thema aus verschiedenen Perspektiven widmet. Man trägt bspw. das Stadium der Materialsammlung in die Öffentlichkeit, anstatt deren Ergebnisse auf der eigenen Festplatte zu belassen.