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Noch einmal: Den sorglosen Umgang mit Interviews von ZeitzeugInnen finde ich verstörend!

“Was hier entsteht, unterliegt natürlich nicht mehr den Rahmenbedingungen für ein analoges Museum in Bausubstanz und Personalstruktur. Alles, was hier entsteht, unterliegt” WW!

“wissenschaftliche Ziel einer multimedialen Vermittlung von Geschichtsprozessen” –> das bitte erklären, was das bedeuten/heißen soll

“wissenschaftliche Ziel einer multimedialen Vermittlung von Geschichtsprozessen” –> das bitte erklären, was das bedeuten/heißen soll

Hier muss einmal sehr kritisch darüber nachgedacht werden, ob und wie ZeitzeugInneninterviews im Internet abgerufen werden können. Auch wäre interessant zu erfahren, welche Einverständniserklärungen die InterviewpartnerInnen abgeben mussten, damit die Aufnahmen ohne Einschränkung im Netz verbreitet werden können. etc.!

Bei diesem Beitrag fehlt mir das Reflexive bzw. Analytische, d.h. es wird nicht wirklich das aufgegriffen, was der Fokus dieses Projektes ist. Das ist problematisch. Wie kann hier besser der Fokus auf Blogs und auf die Rückwirkungen auf die Geschichte/swissenschaften gemacht werden. Über den Umgang mit ZeitzeugInnen online müsste kritischer argumentiert und bestehende Projekte integriert werden.

Als mit der Sylter Geschichte nicht vertrautem Historiker kann ich hier nur ahnen, was historische Anspielung, was Gegenwart ist. Könnte man das vielleicht etwas klarer strukturieren?

Ende des Absatzes: Ich weiss auch im 8.Absatz noch nicht, um was es geht. Was ist gemeint mit “die wichtigsten Ereignisse”? Die Textdramaturgie geht nicht ganz auf, leider.

Der Absatz springt von Wurmsätzen zu abgehackten Nicht-Sätzen; das ist ziemlich schwierig zu lesen und sollte etwas vereinheitlicht werden.

SEO Management bitte ausdeutschen

“werden als wichtig erachtet”: von wem?

Bitte den ganzen Text so formulieren, dass der Text auch nach Ende 2013 aktuell bleibt. Erscheinungsdatum des Buches ist ja Oktober 2013!

Der Text geht nach meinem Dafürhalten nicht wirklich auf die Frage des Buches ein: welche Auswirkungen haben Blogs auf die Geschichte? Wie schreibt man mit Blogs Geschichte? Was hier beschrieben wird, ist vielmehr ein (durchaus interessantes) Geschichtsportal, das ohne im Text genannten Grund mit WordPress aufgesetzt werden soll. Aber nicht alles, was mit WordPress läuft, ist ein Blog. Völlig unbeantwortet bleiben Fragen wie: Wer schreibt mit welcher Expertise und mit welcher Motiavation an den Texten? Wie sollen die redaktionellen Prozesse aussehen? Gibt es eine feste Redatkion oder sind das Plattformen, bei denen alle mitmachen können. Gibt es Qualitätskontrollen, Zusammenarbeiten mit den lokalen Archiven oder den Medien vor Ort? Wie dynamisch sollen diese Plattformen sein? — Der Text müsste wohl ganz grundsätzlich überarbeitet werden, sowohl vom Aufbau wie auch vom Stil, vor allem aber bezüglich der Fokussierung auf das Thema Blog. Und was auch vollständig fehlt, ist die Diskussion der medialen Spezifika, die der Einsatz von Zeitzeugen-Interviews in Form von Videobeiträgen mit sich bringt. Dies ist insofern zu bedauern, dass bereits recht viel über Zeitzeugen-Arbeit im Internet geschrieben wurde, der Link zu Blogs aber bisher nicht gemacht wurde. Das müsste meiner Meinung nach auf jeden Fall basierend auf der entsprechenden Literatur noch intgriert werden (zum Beispiel: Sabrow, Martin / Frei, Norbert (Hrsg.): Die Geburt des Zeitzeugen nach 1945, Göttingen 2012).

Wieso sollte das Projekt Technologieförderung erhalten? Es setzt ja offenbar vollständig auf eine bestens etablierte und kostenlos zur Verfügung stehende Technlologie.

Claudia Heydolph: Vom Videoblog zum Virtuellen Museum – Modellprojekt „Sylter Zeitgeschichte“

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Einführung

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Drei Monate dauerte die Konzeptphase – vom Studium der aktuellen Entwicklungstrends im Digital Publishing bis zur Einbindung der Forschungsinitiative KUKUK (http://kukuk.lo-f.at/), die 2005 von Dr. Marion Gruber an Universität Innsbruck begründet wurde und sich seitdem mit dem Abgleich der Möglichkeiten von E-Learning in der Kunst- und Kulturvermittlung in Relation zu den praktischen Anforderungen in Archiven und Museen beschäftigt. Basierend auf dem technologischen Wissensstand der Campus Party Europe in Berlin 2012 wurde nun die Grundkonzeption „Vom Videoblog zum Virtuellen Museum“ für das Modellprojekt „Sylter Zeitgeschichte“ fertiggestellt.

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Basierend auf der nachfolgend dargestellten Konzeption soll das Online Museum Sylter Zeitgeschichte bis Ende 2013 entstehen, sofern eine Finanzierung mit Hilfe von Technologie- und Wissenschaftsförderung zustande kommt. Es ist als wissenschaftliches Blogprojekt so konzipiert, dass dann ein mögliches Modell für das digitale Museum der Zukunft zur Verfügung steht, nach dessen Vorbild andere historische Themen und Zusammenhänge digital aufbereitet und präsentiert werden können. Für die Vermittlung von historischen Zusammenhängen im Unterricht, für die Einbindung in touristische Konzepte und für alle Interessierten unabhängig von Wohnort und Einkommen. Für die Erweiterung von Angeboten bestehender Museen, Sammlungen und Archive.

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Mit einem Infobrief wurden im Sommer 2012 Institutionen, Entscheidungsträger und Verwaltung auf der Insel Sylt über das Projekt informiert, um es im Inselleben frühzeitig zu verankern und nicht nur Archivquellen aufzuarbeiten. Mündliche Überlieferung von Zeitzeugen und private Archive werden für die wissenschaftliche Vollständigkeit als genauso wichtig erachtet wie bereits vorhandene Publikationen und Online-Projekte. Neben der Recherche nach unbekanntem Wissen steht das Kuratieren von bereits vorhandenem Wissen im Vordergrund. Bewusst wurde bereits im Frühstadium dieses Blogprojektes mit einem barrierefreien Projekttagebuch in Facebook (lesbar auch für Nicht-Facebook-Nutzer) http://www.facebook.com/OnlineMuseumSylt um Aufmerksamkeit bei Inselbewohnern geworben, denn ohne die Unterstützung von Interessierten im Social Web funktioniert Wissensvermittlung im 21. Jahrhundert nicht mehr.

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Wir leben in einer Zeit, in der so viel Wissen wie nie zuvor zur Verfügung steht. Nur wird häufig Wesentliches in den digitalen Datenfluten nicht mehr gefunden, sofern es nicht mit SEO Management in der Google-Suche entsprechend plaziert wurde. Dem soll mit diesem Blogprojekt beispielhaft Abhilfe geschaffen werden – das Informationsmanagement in diesem Modellprojekt zum Thema „Sylter Zeitgeschichte“ kann auch unabhängig vom Museumsgedanken zum Vorbild für die Aufbereitung zahlreicher anderer historischer Themen für nachkommende Generationen werden.

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Noch ist alles ein gedankliches Wunschkonzert, das – ausgehend von zwei verschiedenen Blogs – digitale Realität werden soll. Noch ist es schwer, anderen zu erklären, warum ein Dokumentarfilm jetzt in einem Videoblog angesehen werden kann und wie das zu einem komplett virtuellen Museum über Sylter Zeitgeschichte führen soll. Aber darin liegt auch der Reiz dieses Modellprojektes mit wissenschaftlicher und journalistischer Intention. Wissenschaftlich in der analytischen Aufbereitung der Sylter Zeitgeschichte um 1900 bis 2012, der digitalen Transformation des traditionellen Museumsbegriffs und dem Ziel, ein Modell für E-Learning im Geschichtsunterricht und unterhaltsame Freizeit-Angebote gleichermaßen zu entwickeln. Journalistisch in Recherche nach allen vorhandenen (heimatkundlichen) Quellen, Interviews mit Zeitzeugen und Infotainment in der Darstellung. Mit dem Ziel, Geschichte für die kommenden Generationen zu bewahren und zeitgemäß zu präsentieren.

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Videoblog: „Tschüss Tristesse im Sylter Süden“. Tourismus verändert eine Kulturlandschaft

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Die Geschichte dieses Blogprojektes beginnt im Frühjahr 2005. Spontan hatten mein Kameramann Eugen Gross und ich den Entschluss gefasst, Standard TV-Equipment in Hamburg zu mieten und nach Hörnum zu fahren und den Neuanfang im Sylter Süden nach Jahren ohne Perspektive für das ehemalige Bundeswehrdorf zu dokumentieren. Ohne Auftrag eines Fernsehsenders für diese Langzeitdokumentation, die wir am 29. März 2005 begannen. Wir waren zu diesem Zeitpunkt beide regelmäßig für das aktuelle Fernsehen im Einsatz und waren es gewohnt, nur mit vorher fest vereinbartem redaktionellem Auftrag zu arbeiten. Hätten wir aber damals zunächst thematisch relevante TV-Redaktionen kontaktiert und uns um Senderinteressen bzw. einen Sendeplatz im deutschen Fernsehen bemüht, wären Monate vergangen und die wichtigsten Ereignisse ohne unser dokumentierendes Kamera-Auge geschehen.

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Was als 60minütiger Dokumentarfilm über ein Jahr des touristischen Umbruchs im Sylter Süden geplant war, beschäftigte meinen Kameramann und mich bis zum Frühjahr 2009 – auch später ohne Senderinteressen und ohne Produktionsbudget. Im Ergebnis sind wir Zeitzeugen eines historischen Umbruchs im Sylter Süden geworden. Der Ort Hörnum, der zum Zeitpunkt der Eröffnung des Hindenburgdamms 1927 aus genau 7 Häusern und einem Leuchtturm bestand, hat sich seitdem zu einem für Sylt typischen Ferienort entwickelt. Die militärischen Fundamente, die mit dem Bau vom Fliegerhorst Hörnum 1935 bis zum Abzug der Bundeswehr 1993 die Existenz des Dorfes sicherten, waren von 2005 bis 2009 komplett beseitigt worden. Zwei große Tourismus-Objekte und ein Golfplatz wurden Anlass für die Renaturierung der Dünenlandschaft, die Beseitigung von maroden Erblasten der 1970er Jahren und ein neus Landschaftsbild im Sylter Süden. Die historische Kulturlandschaft, einst Heimat von Strandpiraten, Fischern und ab 1905 auch von Bediensteten der Seeschifffahrt nach Hamburg, hat sich durch den Tourismus verwandelt.

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Das Videoblog www.sylt-hoernum-film.de dokumentiert diesen Wandel von einer traditionellen Dorfstruktur zum rein touristischen Ferienort mit hoher Fluktuation, Pendlern und weniger langjährigen Einwohnern. Sechs Episoden, die bereits 2008 auf DVD veröffentlicht wurden, sind – entsprechend den heutigen Mediengewohnheiten – jetzt einzeln online zu sehen und werden – sobald ein Produktionsbudget zur Verfügung steht – in weiteren Episoden bis 2011 und Zusatzmaterial in Form von Interviews, Presseberichten und Amateuraufnahmen um 1900 bis 2012 fortgesetzt. Auf diese Weise soll das Raum-Zeit-Porträt vom Wandel einer Kulturlandschaft durch Tourismus gezeichnet werden. Um Zeitgeschichte sichtbar zu machen. Um die Wirkung von Tourismus mit allen Konsequenzen sichtbar zu machen – für interessierte Leser und für wissenschaftliches Quellenstudium mit den multimedialen Optionen des 21. Jahrhunderts.

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Baukasten-System: Sylter Zeitgeschichte um 1900 bis 2012

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Hörnum ist nicht Sylt. Hörnum war bis vor kurzem auch kein typisches Sylter Dorf, da es keine nennenswerte friesische Geschichte hat und vor dem Bau vom Fliegerhorst 1935 als Dorf noch nicht existierte. Aber das Videoblog zu Hörnum ist das Modell für alle anderen Videoblogs, die es bei Realisation des Blogprojekts geben wird.

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Jeder Ort bekommt sein eigenes Blog mit der Blogsoftware WordPress als CMS. Aufbereitet wird jeder Ort in Episoden (Video + Soundslides), die jeweils historisch relevante Spezifika von der Jahrhundertwende um 1900 bis in die aktuelle Gegenwart im Jahr 2012 zeigen: Die Kapitänshäuser und ihre neuen Bewohner in Keitum; die Künstler und die Parties in Kampen; die Familien auf dem Lister Ellenbogen und der ehemalige Militärstandort in List; Wenningstedt als Seefahrerhafen Wenningstedt und 153jähriges Seebad; die Bauernschaft von Braderup und das Naturschutzgebiet Braderuper Heide; das Fährhaus und der Hafen in Munkmarsch; die alte Bäderarchitektur und die weiße Industrie von Westerland; Rantum und die Sansibar; Seefahrer, Landwirte und der Reichsarbeitsdienst in Archsum oder Morsum vor und nach dem Bau vom Hindenburgdamm 1927 – das alles und noch mehr prägt das heutige Sylt. Aber: Die Nordseeinsel der Sylter Friesen ist zur Insel der Sylt-Urlauber geworden. Die traditionsreiche Kulturlandschaft verwandelt sich immer mehr in ein großes, attraktives Ferienresort und verliert immer mehr alteingesessene Familien.

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Sylt hat nur noch eine touristische Identität. Die Insel ist verkauft und es gibt keine Identität mehr für Einheimische, dort zu leben und zu wohnen, sagten Pendler in einer DGB-Umfrage im Sommer 2012 und leben lieber auf dem Festland. (zitiert nach NDR Info, 19.09.2012 – 09.13Uhr) Zeitgeschichte auf Sylt entwickelt sich heute anders als man in 1960er Jahren vermuten konnte. Jetzt gibt es sogar schon eine Petition Stoppt den Weggang – online unter http://www.zukunft-sylt.de/, aktuell unterzeichnet von 1740 Syltern und Sylterinnen.

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Das Blogprojekt zur „Sylter Zeitgeschichte“ verfolgt primär das wissenschaftliche Ziel einer multimedialen Vermittlung von Geschichtsprozessen und ist keine Initiative, die touristische Entwicklung mit der massiven Abwanderung von Insulanern zu bedauern oder zu kritisieren. Mit dem Bewusstsein für kulturelles Erbe geht es allein darum, das Sylt von früher für die zukünftigen Generationen lebendig im Gedächtnis zu halten. Mit den medialen Möglichkeiten der digitalen Gesellschaft.

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Zusätzlich zu den Blogs der einzelnen Insel-Orte sind thematische Blogs geplant, deren Inhalt sich nicht auf ein Dorf beschränkt: die Inselbahn; Sylt im Dritten Reich; Sylt als „Insel der Reichen und Schönen“; Friesisch und die Friesen; Reetdächer und traditionelles Handwerk; Nordsee, Dünen und Küstenschutz.

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Der Content soll mit allen heute frei zur Verfügung stehenden Quellen generiert werden als Open Access Plattform. Das heißt, bereits bestehender Online-Content soll so weit wie möglich integriert oder zumindest verlinkt sein. Darüber hinaus werden alle Quellenmaterialien online zur Verfügung gestellt, die von Privatpersonen, Institutionen und Archiven mit CCC Lizenz dafür freigegeben werden. Auch nachträgliche Updates mit neuen Materialien sollen jederzeit möglich sein.

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Jedes Blog wird in einzelnen Episoden – nach dem Vorbild sylt-hoernum-film.de – konzipiert. So können einzelne Themen und Inhalte unabhängig vom Gesamtkontext angesteuert und genutzt werden. In der direkten Navigation auf der jeweiligen Blogseite und über eine Game-Struktur im Online Museum „Sylter Zeitgeschichte“.

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Virtuelles Museum: Inselgeschichte als Strategiespiel

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Ziel ist die Entwicklung eines Prototyps für ein digitales Geschichtsmuseum, das an keinen Ort und keine Öffnungszeiten gebunden ist. Für ein zeitgemäßes Erlebnis historischer Fundamente unserer Gegenwart am Beispiel des Streifzugs durch die vergangenen rund 100 Jahre auf Sylt. Abrufbar auf allen internetfähigen Geräten – vom Tablet-PC bis zum Smart TV – Fernseher.

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Basis, also der digitale Ort für das Online Museum zur „Sylter Zeitgeschichte“ ist die bereits angemeldete Domain: www.onlinemuseumsylt.de. Was hier entsteht, unterliegt natürlich nicht mehr den Rahmenbedingungen für ein analoges Museum in Bausubstanz und Personalstruktur. Alles, was hier entsteht, unterliegt den Vor- und Nachteilen des digitalen Publizierens. Vorteil: räumlich unbegrenzt, weltweit nutzbar und jederzeit frei zugänglich. Geringer Personalaufwand. Nachteil: digitaler Betrieb kann durch Hacker und Viren gestört bis zerstört werden, Archivfunktionen noch nicht langfristig gesichert, keine traditionellen Finanzierungs- und Bezahlmodelle.

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Unabhängig von den noch nicht endgültig geklärten verwaltungstechnischen Rahmenbedingungen ist aber eines klar: die Gesamtkonzeption muss sich komplett lösen vom klassischen Museumsgedanken. Durch einzelne Räume zu wandern, hier und dort Text-Multimedia-Inseln ansteuern und Wissen thematisch konsumieren was offline im Museum sehr gut funktionieren kann, wird online sehr schnell langweilig. Nicht nur die heutigen digital natives, sondern auch alle anderen Internetnutzer sind visuell geprägt und per Maus oder Touchscreen eher neugierig-spielerisch unterwegs. Der mittlerweile alle Informationsbereiche umfassende Trend zur Gamification, zur Umwandlung von Lernprozessen in spielerischen Wissenserwerb, kommt der Grundmotivation zum Bau eines Virtuellen Museums sehr entgegen. Ob per Maus oder Touchscreen – der Museumsnutzer arbeitet sich nach den Grundregeln eines Strategiespiels durch die Sylter Zeitgeschichte. Immer wieder herausgefordert, Wissensquellen von den einzelnen Blogs zu konsumieren, um das nächste Level zu erreichen.

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Beispiel: Sylt hat die drei teuersten Straßen Deutschlands das war am 7. Juni 2012 die Titelgeschichte im Hamburger Abendblatt. Wer hätte das vor rund 50 Jahren den Syltern vorhersagen können? Damals hätte man auf der Insel vermutlich lachend den Kopf geschüttelt. Aber wie kommt es, dass Wohnen auf Sylt teurer ist als in Hamburg, Frankfurt oder München? Um die Antwort auf diese Frage zu suchen, muss der Museumsnutzer online in den 1920er Jahren beginnen und wird dann durch verschiedene Jahrzehnte in verschiedenen Orten geleitet, bevor des Rätsels Lösung im Jahr 2012 endgültig gefunden wird. Dabei nutzt der Museumsbesucher nicht nur Textdokumente, sondern hört Zeitzeugen im Originalton, blättert durch alte Prospekte und sieht bauliche Veränderungen. Im Idealfall wird so viel Neugier geweckt, dass der Museumsbesucher andere Quelldateien auf den verschiedenen Blogseiten zusätzlich nutzt. Alles ist selbstverständlich jugendfrei und auch gut für die Nutzung im Geschichtsunterricht oder für Kinder- und Jugendgruppen geeignet.

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Ausgangspunkt für das Strategiespiel ist die Insel Sylt in 3D Animation, eine Computeranimation wie bei jedem anderen Game. Jeder Ort ist der Ausgangspunkt für mindestens eine Frage, mit der dann verschiedenen Zeit- und Lebensräume der Insel erkundet werden. An jedem Ort geht es zeitlich aber auch in die Tiefe, so dass man auf andere Lebenswelten und auf eine andere strategische Route durch die Sylter Zeitgeschichte trifft. Wer einfach nur gucken und nicht zuviel Zeit im Online Museum verbingen will, bekommt zumindest eine kleine Panorama-Show zum jeweiligen Ort.

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Apps und Zeitmaschinen für Touristen

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Für alle, die ganz real auf der Insel unterwegs sind, wird das Online Museum in Apps transformiert. Dann reist man real auf den strategischen Routen über die Insel oder beschränkt sich auch nur auf einzelne Orte. Diese Apps werden kostenpflichtig für Android und IOS in den App Stores zur Verfügung stehen, als Augmented Reality Anwendungen.

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Zusätzlich soll das Online Museum „Sylter Zeitgeschichte“ ganz real an ausgewählten Orten auf der Insel „Zeitmaschinen“ zu besuchen sein, für alle, die keine Laptops, Smartphones oder Tablet PCs haben – in Form phantasievoller “Zeitmaschinen“ von Steampunks. Im Idealfall entstehen diese Zeitmaschinen in Steam-Punk-Workshops für Urlauber und Einheimische unter fachkundiger Anleitung direkt vor Ort.

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E-Learning-Modell

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Wer heute zur Schule geht, lernt nicht mehr, ohne das Internet zu benutzen. Bald wird der Schulunterricht mit Tablet PC Standard sein. Und der Geschichtsunterricht in einem Online Museum kann Lehrern viel Arbeit abnehmen. Diese Intention muss und soll bei der beispielgebenden Virtualisierung der Sylter Zeitgeschichte berücksichtigt werden. Um Vergangenheit und historische Prozesse entsprechend heutiger Lern- und Denkmuster dauerhaft im Gedächtnis zu verankern. Spielerisch.

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Wissenschaftliches Archiv für Regional- und Kulturgeschichtsforschung

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Als Open Access Plattformen werden die einzelnen Blogs zu Wissensspeichern, die nachkommenden Generationen die Archivrecherche abnehmen oder zumindest erleichtern können. Darüber hinaus werden – sobald die Finanzierung gesichert ist – alle noch lebenden Zeitzeugen in ausführlichen Videointerviews zu vergangenen Lebenswelten befragt und dauerhaft in den verschiedenen Blogs zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus sind auch Privatarchive aus dem 20. Jahrhundert wichtige Quellen, die im Rahmen dieses Blogprojektes von der Kunsthistorikerin und Content Managerin Felicitas Blanck aufgearbeitet werden sollen. Sofern die Beschäftigung finanziert werden kann, wird Felicitas Blanck auch die Updates der Blogs nach Fertigstellung des Virtuellen Museums betreuen. So wird das Online Museum eine wissenschaftliche gepflegte Blog-Datenbank haben. Gleichzeitig steht dieses wissenschaftlich gepflegte Archiv allen interessierten Wissenschaftlern für Regional- und Kulturgeschichtsforschung zu Sylter Themen zur Verfügung.

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Bauplan und Finanzierung

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Bislang ist es noch nicht gelungen, dieses Blogprojekt zu finanzieren. Ohne Anbindung an eine wissenschaftliche Einrichtung und als kulturhistorisches Projekt passt es nicht in herkömmliche Förderstrukturen der Technologieförderung, die notwendig wäre. Kulturförderung in der notwendigen Größenordnung ist ohne institutionelle Anbindung auch eher schwierig. Als wissenschaftlich-kulturelles Projekt ist dieses Blogprojekt für Privat-Investoren oder Venture Capital nicht renditeträchtig genug. Für die neuen Formen des Crowdfunding bzw. Crowdinvestment fehlt der Kult- oder Trend-Charakter.

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Eine Investitionssumme von ca. 250 000 bis 300 000€ wird aber notwendig sein, um das Blogprojekt zunächst professionell zu realisieren, bevor mit Nutzung- und Lizenzgebühren eine Refinanzierung im Laufe von 10 bis 12 Jahren realistisch ist, parallel zum laufenden digitalen Betrieb.

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Museumsbetrieb nach Fertigstellung

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Für den laufenden Betrieb des Virtuellen Museums in seiner Gesamtstruktur wird 1 Vollzeit-Kurator/in benötigt, der/die sich dauerhaft um die digitale Pflege und Betreuung der Open Access Plattform sowie das Community Management kümmert. Für die Steampunk-Zeitmaschinen vor Ort sind Wartungsverträge mit örtlichen Tourismus-Institutionen bzw. freien Mitarbeitern abzuschließen. Einmal jährlich muss die gesamte technische Architektur sowie das inhaltliche Inventar überarbeitet und den aktuellen technologischen Standards angepasst werden.